Die Geschichte von Kopfzalat (Teil 1: Das Casting)

Alles begann Mitte 2006 damit, dass mir meine Mutter einen kleinen Zeitungsartikel zeigte. Auf diesem wurde in Prenzlau zu einem Casting aufgerufen. Es sollte sich um ein Filmprojekt für Jugendliche handeln. Boah cool, dachte ich. Endlich mal ein Casting bei uns und nicht wie sonst in Berlin oder so. Ich glaube zwei Wochen später war das besagte Casting auch schon.
Meiner unglaublichen Fantasie habe ich es zu verdanken, dass ich dachte es würden so 250 Menschen da sein und es wird eine große Halle und mit allem Pi, Pa und Po.
So kam ich also dann zu besagtem Termin. Da ich ne Stunde zu früh da war standen ich und zwei Mädchen vor verschlossenen Türen. Allein das fand ich schon merkwürdig. 3 Leute?! Nach einer Stunde dann kamen die Veranstalter. Ich machte die Augen nun groß. Ich erkannte laute Leute aus dem Internet-TV Projekt Uckermark-live.tv. Das war ein zusammengewürfelter Haufen von jungen Hartz IV Empfängern. Ich wollte damals da auch unbedingt rein. Das ging aber nicht, weil ich kein HIV hatte. Meine etwas negative Einstellung zu der ganzen Geschichte war also etwas verständlich.
Nun war es also soweit. Inzwischen waren auch schon sehr viel mehr Menschen da die unbedingt gecastet werden wollten. Durchgezählt kamen wir auf rund 15! Es ab glaube ich mit mir nur einen Weiteren Jungen. Ich weiß es nicht mehr genau aber es könnte Matti gewesen sein.
Der ersten wurden rein gerufen. Ich hatte die Nummer 7 Glaube ich. Die nirgends halten wollte. Im Warteraum lerne ich auch Tanja kennen. Wie sich herausstellte war sie in dem einen Theaterstück am Prenzlauer Gymnasium beteiligt gewesen bei dem Bug und ich zugeschaut haben und wie immer völlig unbrauchbar zu lange geklatscht haben.
Inzwischen hörten wir beim rumblödeln vom Castingraum her Schreie. Okay dachte ich mir, das kann ja ein Spaß werden.
Nun war also ich dran. Wochen lang habe ich mich mit künstlerischen Texten beschäftigt, habe Soaps geschaut und deren Texte auswendig gelernt. Klassische Prosa studiert und eigene literarische Meisterwerke der modernen Theaterkunst geschrieben… NICHT! Ich machte das spontan habe ich mir gesagt. Meine einzige Vorbereitung bestand darin meine Mundharmonika einzupacken.

Ich machte die Tür auf und betrat einen kleinen Theatersaal. Vor mir saßen zwei Menschen. Eine Frau und ein Regisseur mit dem ich noch viel zu tun haben sollte.
Im Mittelgang stand eine Kamera und dahinter Tomasz (glaube ich, kann auch ein Heiko gewesen sein…). Ich ging auf die Bühne und stellte mich vor. Dann wollten die noch meine Filmischen Erfahrungen haben und son kram. Meine Motivation und das was ich mir hiervon erhoffte und blah. Dann durfte ich also loslegen. Ich konnte machen was ich wollte. Darauf war ich nicht vorbereitet. Dachte ich muss n Text vorspielen oder so was. Na gut. Also legte ich los. Habe das erste genommen, das mir in den Kopf kam. Genau weiß ich es nicht mehr. Das Thema war ein bevorstehender Pokerabend mit Freunden. Viel Gras und einem Gang der ja besser nicht sein könnte: Das Telefon klingelt (Mundharmonika) und mein bekiffter Freund will ne Pizza, die ich bestellen sollte. »Nein es gibt keine Pizza Fünfjahreszeiten. Alter Karneval zählt nicht!« Dann noch per Telefon mit Freundin Schluss gemacht, weil Pokern wichtiger war. Das waren keine besonders guten Gags wie man sie von mir gewöhnt ist (muahahaha) aber es waren wohl die einzigen, die sie an diesem Tag gehört hatten. Dann war ich fertig und konnte gehen. Ich werde innerhalb zwei Wochen angerufen wurde mir gesagt. Das sind so Sätze die man nicht mag. Ich ging also nach Hause.

Dort wartete ich dann so 2 Wochen. Bald würde die Frist ablaufen dachte ich und ich bin nicht dabei. Doch hach! Ich wurde angerufen und war mit dabei! Da freute ich mich aber. Ich wusste ja nicht, was noch auf mich zu kommen sollte.

So ging ich also im Spätsommer 2006 zum Kreativlabor Uckermark.

Nächste Woche geht’s weiter.

Eine Reaktion zu “Die Geschichte von Kopfzalat (Teil 1: Das Casting)”

  1. Jenny

    Cooooeeellll!!!
    Find das voll interessant. Freu mich schon auf den nächsten Teil.

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