Stolz? Warum?
Warum denken die Leute nur immer an etwas Unanständiges, wenn ich erzähle, dass ich am Wochenende mit polnischen Mädchen Kommando Pimperle gespielt habe?
Heftig willkommen zum Montagsgeschreibe!
Nach nun rund vier Monaten ist es vollbracht! Wir haben hier in Klockow unseren eigenen Fitnessraum:
Aus Sicherheitsgründen werden wir schon wieder einen Verein gründen …
Doch der Name ist extrem gut gewählt: Aufbau Ost!
Genial oder? Sag ich ja.

Wusstet ihr schon, dass das Montagsgeschreibe nun schon über ein Jahr besteht? Nein? Nun wisst ihr es.
Mir fallen passende Antworten zu diversen Situationen immer erst viel später ein. Das kennt jeder von uns. Es fallen einem dann immer nur zynische oder sarkastische Antworten ein. Wie ich gelernt habe, ist das auch gut so. Also es ist gut, dass einem diese Antworten nicht schon früher eingefallen sind. Denn mit einer solchen Antwort erntet man nie Positives. Aber es gibt einem im Nachhinein ein gutes Gefühl. Warum einem diese Antworten erst später und vor allem in besonderen Situationen einfallen habe ich auch gestern gelernt. Mir fällt so was immer während der Arbeit ein. Denn dort ist die Arbeit monoton und ich habe Zeit die Gedanken kreisen zu lassen. Der Alpha-Zustand. Der Zustand der auch bei Entspannungsübungen und Meditation erreicht wird. Die Gedanken fließen besser.
Aber darauf wollte ich gar nicht kommen. Es diente nur zur Einleitung.
Am Wochenende sagte jemand, dass er stolz darauf währe noch nie gekifft zu haben. Es folgte ein kurzes anerkennendes Gemurmel und etliche Zustimmungen und Bekenntnisse. Später viel mir dann die alles zerstörende Frage darauf ein.
„Warum?“
Ja genau! Ich frage mich, warum ist jemand Stolz darauf etwas nicht getan zu haben. Wenn es so ist, dann müsste doch jeder Mensch so was von stolz auf sich sein. Nicht fliegen zu können, nicht schwimmen können, kein Heroin genommen, kein Baum gepflanzt, kein Sex, kein Haus gebaut, usw.
Was man aus der oben genannten Aussage aber raushört, ist eine form der Besserstellung. Stärker, unabhängiger und sozialresistenter sein als die anderen.
Es ist doch nur eine Form sich über die Masse zu stellen. Unbewusst vielleicht, sicherlich. Einige sind stolz darauf keinen Alkohol zu trinken. Oiz ist stolz darauf hundert Bier trinken zu können. Stolz ist also keine nach dem Katalog festgelegte Sache, sondern völlig individuell und dient immer nur dazu sich gut zu fühlen, sich von dem gemeinen und schwächeren abzukapseln um sich höher zu stellen. Doch passiert das alles sicherlich zum großen Teil im Unterbewusstsein.
Stolz entsteht auch, wie bei Oiz, im direkten Konkurrenzkampf. Wer mehr Bier schafft ist natürlich der King am Bahnhof. Wer bei Olympia weiter springt ist Stolz seine Lorbeeren zu ernten und besser als alle anderen gewesen zu sein.
Jeder kann stolz sein worauf er lustig ist. Doch sollte man dann auch daran denken, dass man andere so wenig verletzt wie möglich. Heimlich stolz sein. Sich über das Gewinnen zu freuen ist natürlich okay. Dann stundenlang damit anzugeben nicht.
Auch viel mir ein kleiner Schatten vom Gehirn. Ich kannte schon sehr lange folgenden Ausspruch:
„Alle Tiere sind gleich, Aber manche sind gleicher“
Aus George Orwells Farm der Tiere.
Ich wusste immer es muss was rassistisches sein. Mehr wusste ich nicht. Doch irgendwann machte es Klick, welch geniale kurve nach hinten dieser Ausspruch ist!
Er sagt nicht „Du bist anders“ er sagt aus „Wir sind was besonderes“. Das hat in mir eine kleine Gänsehaut erzeugt. Ein sehr ausgefeilter Satz.
Flauer - flower
hät’ - Hat
Dann - done
Am 30. March 2009 um 14:49 Uhr
Hey, Animal Farm behandeln wir gerade in Englisch :)
Jeder lebt doch irgendwie in seiner eigenen Welt und es ist ein gesundes Denken, wenn man in dieser Welt selbst der Mittelpunkt ist. Von daher ist man subjektiv gesehen doch schon alleine deshalb was bzw. wer besonderes. Stolz hat oft was mit “Sich-über-andere-stellen” und mit angehobener Nase herumzulaufen zu tun, muss aber nicht. Es gibt, meiner Meinung nach, zwei Arten von Stolz. Der eben genannte - eher negativ und der folgende - eher positiven Types. Oft ist man doch auch darauf stolz, wenn man sich neben jemand anderen stellen kann, sich vergleichen kann, sich irgendwo zu zählt. Also eher so dieser Stolz “Sind wir nicht alle toll?!” So wie es sicherlich auch George Orwell meint…
Am 30. March 2009 um 17:01 Uhr
Ja, man kann darauf Stolz sein, noch nie gekifft zu haben, oder wie ein guter Freund von mir, noch nie eine Zigarette im Mund zu haben.
Aber wirft sich dann nicht die Frage auf, wie man überhaupt auf etwas stolz sein kann, was man gar nicht KENNT?
Wenn mir jemand erzählt, dass er lange Alkoholiker war und dann AUFGEHÖRT hat, darauf kann er - meiner Meinung nach - Stolz sein (auf das Aufhören, nicht das gewesen sein)
Natürlich zeugt es auch von Selbstbeherrschung, Widerstand aufrecht zu erhalten, aber vielmehr Selbstbeherrschung braucht man doch, um Dingen zu widerstehen, die man KENNT, oder?
So viel zu meinen Gedanken…
Es freut mich übrigends, dass euer Kraftraum endlich fertig ist!! Dass muss ja Jahre gedauert haben…
Ach ja, ich habe übrigends auch schon oft mit polnischen Mädchen ‘Kommando Pimperle’ gespielt, und ehrlich gesagt, war es immer schön^^
Am 30. March 2009 um 17:36 Uhr
Man ist, was man aus sich macht. Und wer darauf nicht stolz ist, muss etwas ändern oder bleibt unzufrieden.
Stolz kommt mit Zufriedenheit einher. Prahlen ist da schon wieder was ganz anderes, fragt Jenny, das Thema hatten wir letztens. XD
Auf was ich alles stolz bin und wovon doch so gut wie niemand weiß.
Nichtsdestotrotz (Wird das zusammengeschrieben?) ist es nicht immer schlimm, den eigenen Stolz mit anderen zu teilen. Gefühle offenbaren gehört bei Freundschaften doch dazu oder?
@Ludi
Der Vergleich des Stolzes nie geraucht zu haben und solchem wieder aufgehört zu haben, ist wie der Vergleich von Äpfeln und Birnen.
Am 30. March 2009 um 22:36 Uhr
wow! interessantes thema!
stolz ist ein gefühl, das in jedem vorhanden ist und es hat ganz viel mit selbstbewußtsein zu tun. bei jedem sind die dinge, auf die er sleber stolz ist sehr unterschiedlich gelagert. aber jeder braucht eine gewisse portion stolz, um von sich selbst das gefühl haben zu können, vor anderen zu bestehen. nicht jeder kann die dinge, auf die er stolz ist benennen. es ist auch ungemein unpopulär durch die gegend zu laufen und jedem erstbesten auf die nase zu binden, worauf man nun gerade wieder besonders stolz ist. aber gerade menschen mit einem geringen selbstbewußtsein, oder sogar mit depressionen rät man im therapeutischen sinne dazu, sich bewußt zu machen, worauf sie stolz sind. das kann ganz schön aus der patsche helfen.